GUDRUN

GUDRUN

Allgemeines
Name GUDRUN
Fischereikennzeichen ECKE 1
Eigner Gottfried Mahrt
Ehemalige Kennzeichen KIE 735 · BX 545 · SO 295 · SK 3
Baunummer KFK 64
Typ Kriegsfischkutter
Baujahr 1943
Bauwerft Scheepswerf „Het Fort“, G. de Vries-Lentsch, Nieuwendam (Amsterdam)
Status Abgebrochen 2012
Technische Daten
Länge 24,0 m
Breite 6,4 m
Tiefgang 2,5 m
Vermessung 70 BRT / 21 NRT
Maschine Modag 120 PS (1943)
150 PS (1952)
MaK 310 PS (1960)
Volvo 400 PS (1999)

ECKE 1 GUDRUN

Bau und Kriegseinsatz

Die GUDRUN wurde 1943 als Kriegsfischkutter KFK 64 auf der Werft Scheepswerf „Het Fort“ G. de Vries-Lentsch in Nieuwendam bei Amsterdam gebaut. Während des Zweiten Weltkriegs diente sie bei der Kriegsmarine unter der Kennung M 3670. Bei Kriegsende befand sich das Schiff in Kiel-Holtenau und fiel dort als US-Beuteschiff in alliierte Hände.

Wiederaufbau der Fischerei

1947 wurde der ehemalige Kriegsfischkutter im Rahmen der alliierten Treuhandverwaltung (OMGUS) für die zivile Fischerei hergerichtet. Der Umbau erfolgte bei Howaldt in Kiel. Anschließend erhielt das Schiff den Namen GUDRUN und wurde für Wilhelm Krüger aus Heikendorf unter dem Fischereikennzeichen KIE 735 in Dienst gestellt.

Bereits 1948 wechselte das Fischereikennzeichen zu BX 545, bevor 1950 Albert Roespel aus Laboe das Schiff übernahm und unter dem Kennzeichen SO 295 einsetzte. Ab 1959 fuhr die GUDRUN mit dem Kennzeichen SK 3. Zwischen 1961 und 1975 befand sich das Schiff im Besitz verschiedener Mitglieder der Familie Roespel.

Angelkutter und kurze Rückkehr in die Fischerei

Im Dezember 1975 wurde die GUDRUN als Fischereifahrzeug außer Dienst gestellt und zum Sportangelkutter umgebaut. Neuer Eigner wurde Gottfried Mahrt.

Im März 1976 kehrte das Schiff noch einmal für rund drei Monate in die Fischerei zurück und erhielt dabei das Fischereikennzeichen ECKE 1. In verschiedenen Veröffentlichungen wird hierfür irrtümlich ECKE 3 genannt. Nach den Recherchen von Bernd Gradlowski sowie einer telefonischen Bestätigung des damaligen Eigners Gottfried Mahrt trug das Schiff jedoch tatsächlich das Kennzeichen ECKE 1. Dieses war nach der Außerdienststellung der OTTI frei geworden.

Bereits im März 1977 wurde die Fischerei endgültig aufgegeben und die GUDRUN wieder ausschließlich als Sportangelkutter eingesetzt. Das Fischereikennzeichen ECKE 1 blieb dennoch bestehen.

Einsatz als Angelkutter

Von 1996 bis 2002 betrieb Fischermeister Siegfried Dröse die GUDRUN als Angelkutter in Eckernförde. Im Jahr 1999 erhielt das Schiff eine neue Volvo-Hauptmaschine mit 400 PS.

2008 ging die GUDRUN in den Besitz von Kapitän Werner Schuldt aus Warnemünde über. Der Betrieb als Angelkutter erfolgte durch Frank Endler.

Luftaufnahme der GUDRUN als Angelsportfahrzeug (1976). Auf dem Steuerhaus ist die Aufschrift „Hochseeangelfahrten MS GUDRUN“ zu erkennen. Foto: © Arne Jürgens.

Seenotrettung

Am 1. Dezember 2009 geriet vor Markgrafenheide eine Leine in den Propeller der GUDRUN. Das Schiff wurde manövrierunfähig und drohte bei starkem auflandigem Wind auf den Strand zu treiben. Der Seenotrettungskreuzer ARKONA rettete den Kutter mit dem Leinenschießgerät und schleppte ihn sicher nach Warnemünde.

Seenotrettung mit Leinenschießgerät. Foto: © Q-Visions Media Andrea Quaß.

Ende des Schiffes

Im Juni 2012 ereignete sich auf der Werft von Nils Rammin in Barth ein schwerer Liftunfall. Beim Auskranen wurden Spanten und Decksbalken des Schiffes eingedrückt. Eine Instandsetzung war nicht mehr wirtschaftlich. Der anschließende Abbruch wurde von Frank Endler durchgeführt, der unter anderem als Schiffsführer des sogenannten „Zuckerkutters“ BARENTSSEE bekannt war.

GUDRUN auf einer ihrer letzten Fahrten 28.10.2010 bei stürmischem Wetter auf der Ostsee. Foto: © Helge Nug