====== Motorenfabrik Rehbehn ====== Bei der Geschichte der [[werften:siegfried-werft|Siegfried-Werft]] darf auch die benachbarte **Motorenfabrik Rehbehn** nicht unerwähnt bleiben. Eine ausführliche Darstellung findet sich in ''Bootsmotorenbau im deutschen Küstenbereich (bis 1945), Teil II – Ostseeregion'' (S. 375). Einige Eckdaten sollen hier dennoch zusammengefasst werden. Karl Rehbehn (*1892 in Eckernförde-Borby, †1972) machte sich 1919 in Eckernförde selbstständig. Ab 1922 wurden mit rund 45 Beschäftigten Glühkopfmotoren, Einzylinder-Zweitaktmotoren sowie Zweizylinder-Bootsmotoren mit Wendegetriebe oder Umsteuerpropeller gefertigt. Bis 1964 entstanden in Eckernförde rund 350 Glühkopfmotoren. Die als **„ECKE-Maschinen“** bekannten Aggregate wurden überwiegend in Fischereifahrzeugen, Frachtschiffen und Motorseglern eingebaut. Zum Produktionsprogramm gehörten außerdem leistungsfähige Netzwinden für Fischkutter. Darüber hinaus war der Betrieb für die Reparatur von Krupp-Modag-Dieselmotoren zuständig. Nach dem Ausscheiden Karl Rehbehns wurde der Betrieb von seinen Nachfolgern bis 1985 weitergeführt. Die Betriebsgebäude am Hafen wurden 1987 abgerissen. Ein erhaltener ECKE-Motor befindet sich heute im Heimatmuseum Eckernförde. ===== Nach der Schließung der Siegfried-Werft ===== 1991 wurde das Gelände der Siegfried-Werft versteigert. Nachfolger war die Werft **Gustav Meeder**, ein Betrieb für Motorenreparatur und Bauschlosserei unter der Leitung von Edgar Meeder. Im Jahr 2017 verfügte Eckernförde nur noch über eine Werft: **„De lütte Werft“** von Manfred Zappe mit einem Slipwagen für Schiffe bis 60 Tonnen. Die Gebäude der ehemaligen Siegfried-Werft wurden nach ihrer Schließung zum **Hotel Siegfried** mit Restaurant und Eigentumswohnungen umgebaut. Das äußere Erscheinungsbild der historischen Werftgebäude blieb, insbesondere in der Farbgestaltung, weitgehend erhalten und prägt bis heute das Hafenbild Eckernfördes.