kutter:ecke_4_kirsten_ii
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| ===== KIRSTEN II ===== | ===== KIRSTEN II ===== | ||
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| 2010 kam die **KIRSTEN II** als Hafenschlepper zum Einsatz, als der Traditionssegler **CATHARINA** in die „Lütte Werft“ geschleppt werden musste. | 2010 kam die **KIRSTEN II** als Hafenschlepper zum Einsatz, als der Traditionssegler **CATHARINA** in die „Lütte Werft“ geschleppt werden musste. | ||
| - | ==== Bilder ==== | + | [{{: |
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| + | ==== Zeitzeugenbericht ==== | ||
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| + | **„Diesen Tag werden wir nie vergessen.“** | ||
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| - | [{{: | + | Am **5. Dezember 1985** hatten Eckard Michelsen und ich rund einhundert Dorsch-Stellnetze vor **Surendorf** ausgebracht. Am folgenden Morgen liefen wir gegen **3 Uhr** mit der nur **9,60 Meter** langen |
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| + | Nachdem etwa die Hälfte der Netze geborgen war, nahm der Wind innerhalb kürzester Zeit stark zu. Die See wurde weiß vor Schaum und wir mussten die Bergung abbrechen. Die Netzverbindung wurde gekappt und wir versuchten, westlich unter Land in Richtung **Booknis** Schutz zu suchen. | ||
| - | [{{: | + | Auf halbem Weg blieb plötzlich der **90 PS starke Daimler-Dieselmotor** stehen. Der Kutter lag nun quer zur See und trieb in Richtung |
| - | [{{: | + | Uns blieb nur noch der Notruf auf **UKW-Kanal 16**. |
| - | [{{: | + | Der in Laboe stationierte Seenotrettungskreuzer **BERLIN** lief sofort aus. Gleichzeitig blieb der Tender **SAAR** der Bundesmarine, |
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| + | Nach etwa zwanzig Minuten traf die **BERLIN** ein. Erst beim dritten Versuch gelang es, mit einer Wurfleine eine Schleppverbindung herzustellen. Anschließend setzte der Tender **SAAR** seine Fahrt nach Eckernförde fort. | ||
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| + | Die **BERLIN** schleppte uns bis vor den Hafen von Eckernförde und nahm die **KIRSTEN II** anschließend längsseits, | ||
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| + | Die Ursache des Maschinenausfalls stellte sich später als vergleichsweise einfach heraus: Die **KIRSTEN II** besaß zwei voneinander getrennte Kraftstofftanks. Während der erste Tank durch den starken Seegang Luft zog, wurde nicht rechtzeitig auf den noch vollen zweiten Tank umgeschaltet. Ein Öffnen des Maschinenraums war wegen der schweren See nicht möglich, da dieser sofort voll Wasser gelaufen wäre. Zudem waren nach den zahlreichen Startversuchen beide Batteriesätze vollständig entladen. | ||
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| + | Mannschaft und Schiff konnten glücklicherweise gerettet werden. Allerdings gingen sämtliche Fischkisten sowie alle Bojen der Dorschstellnetze über Bord. | ||
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| + | Viele Eckernförder Fischer hatten den Funkverkehr im Hafen mitgehört. Sie waren sich später einig, dass dieser Einsatz nur knapp nicht mit dem Totalverlust des Schiffes endete. | ||
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| + | Die verbliebenen Stellnetze konnten zwei Tage später vor Surendorf geborgen werden. | ||
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| + | **Fazit von Bernd Gradlowski: | ||
| + | „Aus Fehlern lernt man immer.“ | ||
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kutter/ecke_4_kirsten_ii.1782757427.txt.gz · Zuletzt geändert: von martin
